ANDRE WILLI

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2015 Boote

Flüchtlingsboote, Rettungsboote, Fähren, 

Auf der Suche nach dem Gleichgewicht zwischen Gegensätzen wie Liebe und Hass, Sonne und Regen, Licht und Finsternis, Himmel und Erde, Materie und Geist treffe ich an deren Schnittstellen immer wieder auf kleine Leerräume oder kleine Fenster, die einen Blick auf eine uns sonst verborgene „Welt“ freigeben, solange der Wechsel nicht vollzogen ist. Ähnlich dem Nachbild, das sich für kurze Zeit offenbart, nach dem man eine Stelle im Gesichtsfeld länger fixiert hat.
Zwischen Gegensätzen wie Leben und Tod, Hoffnung und Enttäuschung oder Traum und Wirklichkeit bin ich als Fährmann mit Booten als Medium auf die Reise gegangen, um zwischen ihnen hin und her zu pendeln um das zu ergründen.

Das Bild „Trunken“ zeigt die Schnittstelle zwischen Leben und Tod:
Rettungskräfte kämpfen um das Leben eines jungen Menschen, der in die Limmat gefallen ist. Der Ertrunkene indes, scheint längst in Friede woanders zu sein. 

Es bleibt die eigene Fassungslosigkeit über das Bewusstsein der Endlichkeit unseres Menschseins in einer unendlichen Zeit, dessen Zeitfenster uns zufällig zugeteilt wurde, so zufällig, wie Ort und Zeitpunkt des Todes, so schicksalshaft ist die dazugehörige Geschichte.
Fassungslosigkeit auf der einen Seite und Akzeptanz, Friede auf der anderen Seite beherrschen dieses Geschehen. 

Die Farbe ist teils mit feinem Pinsel, teils mit blossen Händen aufgetragen, und scheinen mit beiden Zuständen zu ringen.
(„Trunken“  84 x 104 (gerahmt) Baumwolle auf Holz, Acryl Kohle und Pigmente)

Das Bild: „Flüchtlingsschiff“ (gleiche Technik und Masse) zeigt Menschen auf einem Boot (bekanntes Luftbild aus der Presse) die als Flecken eines zerfaserten Pinsels gemalt sind. Das Bild steht zwischen Verzweiflung und Hoffnung, die Umgebung, mit blossen Händen gemalt, will das Boot behütend schützen.

Die „Ankommenden“ (140x195cm, Acryl auf Baumwolle, gerahmt) zeigt wieder eine Situation, wo Retter und Gerettete aufeinandertreffen, ein Berührungspunkt zwischen Welten, der Versuch ,die Menschen und die Umgebung mit den Händen zu malen, stösst in den filigranen Zügen der Gesichter an seine Grenzen. In der Vorarbeit sind viele Zeichnungen über Masken und Figuren im Schaulager der Rietbergmuseums entstanden, so sollten die Masken und Figuren, insbesondere der Geist alter, fremder Kulturen auf die Flüchtlinge auf dem Schiff einfliessen, welche sich in der heutigen Zeit unserem Verständnis entziehen. Ein mit Handschuhen als Malwerkzeug, unmögliches Unterfangen.
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